Das Urnengräberfeld in Dahrendorf

Vorgeschichte:

Im Jahr 2002 wurde vom Landesamt für Archäologie vorgeschlagen, einen durch ständige Sandabfuhr gefährdeten Fundplatz, der ständig eisenzeitliche Urnen (Jastorf) bei Abfuhrarbeiten zu Tage brachte, zu ergraben. Letztmalig wurden im Jahre 2002 mehrere Urnen, die zerstört waren, sichergestellt und dem Museum Salzwedel zugeführt. Auch ein zweiter Fundplatz wurde für eine Rettungsgrabung vorgeschlagen. Er liegt ebenfalls in Hanglage einer bis 1961 befahrenen Kiesgrube, die der Gemeinde Dahrendorf gehört und in eine eventuelle Neunutzung eingeplant wurde. Beide Fundplätze sind seit dem 19.Jh. bekannt; der letztere bereits seit 1845.

2003 erhielt unser Verein durch Frau Dr. Leineweber vom Landesamt für Archäologie Halle den Auftrag, auf beiden Fundplätzen eine Rettungsgrabung vorzunehmen, die vom 30.Juni bis 11.Juli stattfand. Beide Fundplätze wurden in den vergangenen Jahrhunderten durch Raubgrabungen und Sondierungen bis in die jüngste Zeit hinein "ergraben" und zerstört. Eine kleine systematische Untersuchung erfolgte hier lediglich durch Lothar Mittag vom Museum Salzwedel 1990. Bei dieser Grabung konnte an beiden Fundplätzen Rettungsgrabungen vorgenommen werden, die zum Erfolg führten.

Fundplatz 6

Der Randbereich der noch befahrenen Kiesgrube wurde in Abschnitten von 4x5m Breite bis zu ca. 60 cm Tiefe ergraben. Hierbei konnte keine Brandbestattung mehr festgestellt werden. Die Umfangreiche Untersuchung von sieben Abschnitten am Grubenrand erbrachten fünf Scherben und keinen Leichenbrand. Damit konnte der Beweis erbracht werden, dass das Ende des Bestattungsplatzes der Jastorfkultur in diesem Bereich erreicht wurde, so dass durch weitere Kiesabfuhr kein archäologischer Schaden mehr angerichtet werden kann (Abb.1).

Grabung Dahrendorf Grabung Dahrendorf (Abb.1)



Fundplatz 3

Auf dem Fundplatz 3 Dahrendorf wurde in dem Bereich zwischen zweier alter Grabungskanten ein Grabungsfeld ausgemessen. Die Fläche wurde in 10 Abschnitte von je 3x5m vermessen und eingeteilt, welche anfänglich durch Stege getrennt waren. Das Gelände ist hanglagig und mit Kiefern bewachsen. Das und ein grober Kies machten das Graben schwer (Abb.2).

Grabung Dahrendorf Grabung Dahrendorf(Abb.2)


In den 10 Abschnitten konnten 24 Grabkomplexe ergraben werden . Teilweise handelte es sich hierbei um nur überreste von Raubgrabungen bzw. durch Wurzelwerk oder Waldarbeiten stark zerstörte Grabkomplexe, die nur noch in Resten geborgen werden konnten(Abb.3). Der Leichenbrand wurde teilweise vor Ort gesiebt. Dabei fand sich eine Bronzenadel und ein Stück mit Kupferniete zusammengehaltener Dreilagenkamm. Weitere Ausstattungsstücke der Toten wurden nicht ermittelt.

Grabung Dahrendorf Grabung Dahrendorf Grabung Dahrendorf Grabung Dahrendorf Grabung Dahrendorf(Abb.3)


Die noch erhaltenen Gefäße hatten keinen Steinschutz nur teilweise eine Abdeckung aus Rollsteinen. Ebenfalls fehlte eine Bodenplatte. Alle in situ geborgenen Urnen standen frei im Kies. Die Gefäße hatten sämtlich Risse und waren zerscherbt. Die Urnen wurden alle bandagiert und mit Gipsbinden versehen(Abb.4). Die Fundzettel wurden mit eingegipst und der Gips beschriftet.

Grabung Dahrendorf Grabung Dahrendorf Grabung Dahrendorf(Abb.4)


Die Gefäße selbst waren alle in einer Form verziert. Es wurden Zeichnungen im Maßstab 1:2 angefertigt und Fotos gemacht. Die zerstörten Gräber wurden im Planum, Maßstab 1:20 dokumentiert.

Inzwischen wurden die Urnen geröntgt. Zur Zeit werden die Urnen und ihr Inhalt weiter untersucht.